Ein Stöckchen aus dem Grenzgang-Blog, das ich bisher nicht kannte. 8 Zufälligkeiten aus meinem Leben sind gefragt.
1. Zufällig war eines der ersten ernsthafteren Bücher, die ich las, eine Freud-Biografie aus dem Bücherregal meiner Eltern. Danach hielt ich Freud für wichtig.
2. Mein bester Freund zu Abizeiten wollte unbedingt Psychologie studieren (was er auch tat), und sagte ganz offen, er erhoffe sich davon, Menschen besser kontrollieren und lenken zu können. Ich fand das sehr befremdlich und fühlte mich in meinem Beschluss, Philosophie zu studieren und die Leute selbst denken zu lassen, bekräftigt.
3. Als ich in Wolfsburg einen Semesterferienjob am Fließband hatte, traf ich zufällig die Mitbewohnerin meiner Ex, die mir abends beim Italiener, nachdem ich von Weltverbesserung durch Sozialismus und Psychoanalyse geschwurbelt hatte, ihre bewegende Leidensgeschichte in den Mühlen der Psychoanalytiker erzählte. Ich war beschämt durch meine Ahnungslosigkeit und vom Psychotripp geheilt.
4. Während einer Vorlesung zur Wissenschaftstheorie und Methodologie der Sozialwissenschaften erlebte ich zufällig das Referat eines etwas älteren Mannes (ca. 50 Jahre alt). Er hatte sich sozusagen aus eigener Kraft aus dem Analysekerker befreit und beschäftigte sich nun mit den methodologischen Voraussetzungen der Psychoanalyse, um zu verstehen, warum sie ihm nicht half, sondern sein Leiden verschlimmerte. Dabei erwähnte er das Buch “Tiefenschwindel” von Dieter E. Zimmer, der auf dem Hintergund einer ähnlichen Leidensgeschichte zeigt, dass die Psychoanalyse kritikimmun ist (jedenfalls damals).
5. Als ich hierher zog, lernte ich zufällig eine Frau namens E. kennen: jung, blond, geistreich, witzig. Und Diplom-Psychologin. Ich war anfangs unsicher, ob ich mir jetzt eine unterschwellige Daueranalyse an den Hals gezogen hatte. Wie sich herausstellte, war die Sorge völlig unbegründet. Stattdessen wollte sie mit mir tanzen gehen – Walzer. Und schickte mich in den Tanzkurs.
6. Später beim Tanzen lernte ich zufällig eine andere Frau gleichen Namens kennen: ebenfalls jung, blond, geistreich, witzig. Und ebenfalls Diplom-Psychologin. Wir wurden dicke Kumpels, sie wurde meine Tanzpartnerin und verliebte sich zufällig in den Ex der anderen E., die sie aber überhaupt nicht kannte. Ansonsten konnte man mit ihr auch prima Witze über Psychologen machen.
7. Meine jetzige Tanzpartnerin kenne ich seit drei Jahren. Wir verstehen uns bestens ohne Analyse und haben schon viel gemeinsam erlebt. Sie ist eine wunderbare Frau – und Psychologin. Ich erlebe, wie sie Menschen in Not behutsam zu Normalität im Alltag zurückführt. Ich bin beeindruckt.
8. Dass es hier um Psychologie und Psychologen geht, ist völlig zufällig. Ich kam nur über das Stichwort Zufall darauf. Ich beschäftige mich so gut wie gar nicht mit Psychologie.
Gemäß Zufallsprinzip leite ich das Stöckchen zur Aufzählung 8 zufälliger persönlicher Dinge an folgende 8 Blogs weiter:
Kristof, Mark793, Ralf, Schlüsselkind, Don Dahlmann, Der Baron, Blog der Fleischerei Freese, Thomas Matterne
Oha. Mal gucken. Bei mir gibt’s zufällig kaum Zufällen … :-/
Es freut mich, dass Sie die Schnitzerei weitergeführt haben… ich fand, dass der “Zufälligkeitscharakter” eine gute Gelegenheit ist, mal ganz andere Blogs kennenzulernen…. so wie dieses zum Beispiel. Mit bestem Gruß!
Eigentlich glaube ich ja nicht an Zufälle – vor allem, wenn dieses Stöckchen gleich dreimal bei mir einschlägt. Das hat schon mehr was schicksalhaftes. Zumal die beiden anderen Schnitzversionen auch nicht so stark auf die Zufälligkeit abgehoben haben.
Aber, hey, das soll keine kokette Ausrede sein. Kann aber bisschen dauern, ich hab grad den Kopf nicht so richtig frei…