Chöre

Die Company of Voices des Conspirare Projekts von Craig Hella Johnson singt “What if” von Eric Whitacre.

Den Text dazu gibt es auf der Webseite von Whitacre, auf der er auch erzählt, was er von dieser Version hält.

Im folgenden Video sieht man die Proben einer Chorversion von “What if” von Whitacre selbst:

(Dass man aus “What if” auch trashige Computermusik machen und Spaß dabei haben kann zeigt ein weiteres Video auf YouTube.)

Und da wir schon bei Chören sind, hier noch eine schöne Aufführung von “Cloudburst” von und mit Eric Whitacre:

Und schließlich noch eine One Man Choir Version von “Hide and Seek” der in diesem schon immer verehrten Imogen Heap:

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Web Therapy

Wunderbar: Web Therapy mal wieder – diesmal mit Natasha Bedingfield als Klientin, die ganz schön zu tun hat, die Gedankengänge ihrer Psychotherapeutin auf den Boden der Tatsachen zu holen.

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Auf Nebendinge verfallen

Ich bin es nicht gewohnt, meine Gedanken von einer Sache ordentlich und gründlich aufzusetzen. Will ich es schon zuweilen tun, so werde ich doch gar bald anderen Sinnes. Ich gerate sehr oft auf Nebendinge. Ich verfalle auf Sachen, da man wohl Mühe haben würde, zu erraten, wie ich darauf gekommen, und es ist mir ganz was Leichtes, die Geduld eines Doktors zu ermüden, der durchgehend alles nach der Schärfe einer philosophischen Lehrart haben will.
[Pierre Bayle: Verschiedene Gedanken über einen Kometen, Vorrede. 1699]

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Die ignorierte Frist

Am 1. April 1953 wurden zahlreiche Gesetze des Bürgerlichen Gesetzbuches über die Rechte von Mann und Frau ungültig, weil sie der Verfassung widersprachen. Der Gesetzgeber hatte es versäumt, diese im Grundgesetz festgelegte Frist zur Änderung der Gesetze, die noch aus dem 19. Jahrhundert stammten, einzuhalten.

Die Formulierung “Männer und Frauen sind gleichberechtigt” (Artikel 3, Absatz 2, Grundgesetz) verdanken wir Elisabeth Selbert. Als der Parlamentarische Rat nach dem Krieg die neue Verfassung ausarbeitete, dachten die meisten Mitglieder zunächst gar nicht daran, die Gleichberechtigung zu berücksichtigen. Die heute gültige Formulierung wird erst angenommen, nachdem Elisabeth Selbert mehrfach versucht hatte, sie in den Verfassungstext einzubringen und die Öffentlichkeit immer deutlicher für ein Bekenntnis zur Gleichberechtigung protestierte – gegen den Widerstand von traditionell gestimmten Kräften und Kirchen, die eine angeblich “natürliche Eheordnung” bedroht sahen.

Natürlich widersprachen zahllose Gesetze und Verordnungen, die noch aus Vorkriegszeiten stammten, der neuen Gleichberechtigungsformel der Verfassung. Deshalb bestimmte Artikel 117 des Grundgesetzes, dass diese bis zum 31. März 1953 anzupassen sind.

Man meinte wohl, im Verlauf der Jahre 1949 bis 1953 Wichtigeres zu tun zu haben, als diese Aufgabe in Angriff zu nehmen. Die Folge: Seit dem 1. April 1953 gab es einen permanenten Verfassungsbruch. Es dauerte noch einige Jahre, bis der Gesetzgeber seiner Verpflichtung nachkam, Gesetze des BGB sowie alle anderen relevanten Regelungen an die Gleichberechtigung anzupassen. Er musste sich vom Bundesverfassungsgericht daran erinnern lassen. Dieses entschied am 18. Dezember 1953, dass seit dem Ablauf der Frist “Mann und Frau auch im Bereich von Ehe und Familie gleichberechtigt” sind. Noch im Jahr 1959 erklärte das Bundesverfassungsgericht die Paragraphen 1628 und 1629 für nichtig, die den Vorrang des Vaters in Erziehungs- und Vertretungsfragen festgelgt hatten.

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Der vergessene Sohn Johann Sebastian Bachs

Erst vor wenigen Jahre entdeckte man, dass es neben den vier bekannten Bachsöhnen, die ebenfalls als Komponisten tätig waren, noch einen weiteren, bislang unbekannten Sohn gab – P. D. Q. Bach. Dessen verschollene Kompositionen wurden seitdem sukzessive wiederveröffentlicht und neu eingespielt. P. D. Q Bach erhielt in der Neuauflage der Musikenzykoplädie “Die Musik in Geschichte und Gegenwart” aus dem Jahr 1999 seinen wohlverdienten eigenen Eintrag.

Seine Stücke zeichnen sich durch ausgeprägten Plagiarismus aus. In ihnen trägt P. D. Q. Bach hauptsächlich Material anderer Komponisten zusammen, so dass sein Werk eine merkwürdige Mischung verschiedenster Stilrichtungen darstellt. Man meint sogar, Anklänge an Minimal-, Country- und Rap- Musik in ihnen zu entdecken. Die Stücke tragen Titel wie “Echosonate für zwei unfreundliche Instrumentengruppen”, “Eine kleine Nichtmusik”, “Konzert für Fagott gegen Orchester” oder “Last Tango in Bayreuth “.

Peter Schickele, der unter anderem Musik für den Film “Silent running” oder Joan Baez geschrieben hat, hat eine Biografie über P. D. Q. Bach veröffentlicht (was insofern naheliegend ist, da er ihn auch erfunden hat).

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Nationale Besonderheiten in der Elefantentheorie

In Großbritannien und Amerika ist folgender Witz sehr geläufig:

Auf einer internationalen Konferenz über Elefanten hält der Engländer einen Vortrag mit dem Titel “The Elephant and How to Hunt Him”, der Franzose berichtet von “L’elephant et ses amours” und der Deutsche referriert “Prolegomena zu einer Theorie des Elefantenhaften”.

Dieser Witz ist in zahlreichen Varianten in Büchern und Zeitschriften zu finden. In einer amerikanischen Rotarierzeitschrift des Jahres 1957 beispielsweise werden auch ein Russe (“Über Ausbeutung des Elefanten”) und ein Amerikaner (“Wie man größere Elefanten züchtet”) aufgeführt. Im Magazin Life aus dem Jahr 1972 ergänzt ein Leser den polnischen Beitrag: “The Elephant and the Polish Question”.

Der britische Lord Chancellor Quintin Hogg, unter anderem so eine Art Justizminister, erzählte im Februar 1973 diesen Witz verbunden mit der Warnung, in die deutsche Technik der Elefantentheorie zu verfallen.

In seinem Buch über die Aufklärung in Deutschland erwähnt Terence James Reed diesen Witz, um den geläufigen Vorwurf der übermäßigen Abstraktion zu verdeutlichen, von dem er die deutschen Aufklärer befreien möchte.

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Nicht geschieden, aber unabhängig

Eleanor Roosevelt

Nachdem sie sich durch bei ihrem Mann gefundene Liebesbriefe davon überzeugen konnte, dass er in eine andere Frau namens Lucy Mercer verliebt war, schlug Eleanor Roosevelt ihm die Scheidung vor.
Franklin D. Roosevelt war entschlossen, für das Amt des Präsidenten der USA zu kandidieren. Eine Scheidung hätte seine Aussichten zunichte gemacht. Franklin und Eleanor einigten sich auf ein Abkommen, um die Ehe weiterzuführen: keine weiteren sexuellen Beziehungen zueinander, und Franklin durfte seine Geliebte nicht mehr sehen.
Für Eleanor hatte dies die unerwartete Konsequenz, dass sie die Unabhängigkeit eines Geschäftspartners im gemeinsamen Unternehmen errang. Nachdem der Sex verbannt worden war, entwickelte sich eine außergewöhnliche Beziehung zwischen den Eheleuten. Eleanor vertrat eine politisch eigenständige Position, und ging auch in ihrem persönlichen Gefühlsleben eigene Wege. Sie stand ihrem Mann zur Seite bis zu dessen Tod. An jenem Todestag jedoch war eine andere Frau bei Franklin Roosevelt – Lucy Mercer.

Eleanor Roosevelt blieb politisch weiter aktiv. Sie engagierte sich gegen Diskriminierung und verurteilte das Aussäen von Misstrauen durch McCarthy. Seit 1947 war sie Vorsitzende der UN-Menschenrechtskommission, deren “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte” 1948 verabschiedet wurde.

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Klüger als man selbst

Wilhelm Busch hat in Briefen und in autobiografischen Skizzen beschrieben, aus welchen Motiven der Humor stammt. Selbstironie gehörte für ihn ganz wesentlich dazu:

Man ist ein Mensch und erfrischt und erbaut sich gerne an den kleinen Verdrießlichkeiten und Dummheiten anderer Leute.
Selbst über sich selber kann man lachen mitunter, und das ist ein Extrapläsir, denn dann kommt man sich sogar noch klüger und gedockener [sicherer] vor als man selbst.

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Metropole im Busch

Canberra 1909

150 km von der australischen Ostküste entfernt liegt ein besonderers Territorium im Landesinnern. Es wird von der australischen Regierung verwaltet. Seit den 1920er Jahren wurde dort nach Plänen eines amerikanischen Städtebauers eine Stadt errichtet – mitten in der ländlichen Provinz.
Diese Stadt zählt heute über 350.000 Einwohner – 1911 waren es in der gesamten Region noch 1714 Menschen und 225.000 Schafe – und dürfte wohl die meisten Regierungsgebäude Australiens beherbergen. Es ist die Hauptstadt und der Regierungssitz Australiens: Canberra. Ihre Errichtung wurde politisch beschlossen, da man sich im 19. Jahrhundert nicht auf eine der großen, älteren Städte Australiens, Melbourne oder Sydney, als Hauptstadt einigen konnte. In gehörigem Abstand von beiden Großstädten, sozusagen auf neutralem Boden, wurde 1913 der erste Vermessungsstab eingeschlagen. Bedingt durch die beiden Weltkriege ging die Entwicklung zunächst nur zögerlich voran, so dass in den ersten Jahrzehnten neben dem Parlament noch Kühe grasten.
Heute befinden sich in Canberra eine Vielzahl wichtiger nationaler Institutionen sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen.

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Kennst du meinen guten Freund?

Die britische Philosophin Philippa Foot, Tochter von Esther Cleveland und Enkelin des US-Präsidenten Grover Cleveland, kam auf einer Konferenz ins Gespräch mit einem anderen Teilnehmer. Als sie ihn danach gefragt hatte, wo er arbeitete, sagte sie: “Oh, sie arbeiten an der New York University? Dann kennen sie sicher meinen guten Freund Bill Rudd!” Es trat eine kleine Pause ein, und dann antwortete ihr Gesprächspartner: “Ich bin Bill Rudd.”
(Diese Geschichte berichtet John Campbell, der sie sowohl von Foot als auch von Rudd gehört hat.)

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Rauchen oder Revolution?

1848Wie die Revolution mit der Freiheit für Raucher ihren Abschluss fand

März 1848 – in Berlin herrscht Revolution. Bei Barrikadenkämpfen sterben mehrere hundert Bürger. Doch die Präsenz der Aufständischen zwingt den preußischen König zum Einlenken. Er zieht seine Truppen ab, und muss vor den Gefallenen erscheinen.

Werner von Siemens, zu diesem Zeitpunkt noch nicht geadelt, also noch mit dem Namen Werner Siemens, arbeitet für das preußische Militär an einer Verbesserung der Telegrafentechnik. Von seinem Büro aus verfolgt er die Vorgänge in Berlin. Als das Volk zusammenströmt, um die königliche Friedensproklamation zu bejubeln, zieht Siemens mit auf den Schlossplatz. Dort wird er Augenzeuge der Ereignisse, die er später so schildert:

Ich fand den ganzen Platz mit einer großen Menschenmenge bedeckt, die ihrer Freude über die Friedensproklamation allseitig lebhaften Ausdruck gab. Doch bald änderte sich die Scene. Es kamen lange Züge an, welche die Gefallenen auf den Schloßplatz brachten, damit, wie man sagte, der König sich selbst überzeugen könnte, welches Unheil seine Soldaten angerichtet hätten. … Dann kamen immer neue Züge mit Todten, und als der König dem Geschrei nach seinem Erscheinen nicht wieder Folge leistete, bereitete sich die begleitende, aufgeregte Menge vor, das Schloßthor zu erbrechen, um dem Könige auch diese Todten zu zeigen.

Es war dies ein kritischer Moment, denn unfehlbar wäre es im Schloßhofe, wo ein Bataillon zurückgehalten war, zu erneutem Kampfe gekommen, dessen Ausgang zweifelhaft erscheinen mußte, da das übrige Militär die Stadt auf königlichen Befehl verlassen hatte. Da kam ein Retter in der Noth in der Person des jungen Fürsten Lichnowsky. Von einem in der Mitte des Schloßplatzes aufgestellten Tische aus redete er die Menge mit lauter, vernehmlicher Stimme an. Er sagte, Sr. Majestät der König habe in seiner großen Güte und Gnade dem Kampfe ein Ende gemacht, indem er alles Militär zurückgezogen und sich ganz dem Schutze der Bürger anvertraut habe. Alle Forderungen seien bewilligt und man möge nun ruhig nach Hause gehen! Die Rede machte offenbar Eindruck. Auf die Frage aus dem Volke, ob auch wirklich Alles bewilligt sei, antwortete er “Ja, Alles, meine Herren”. “Och det Rochen?” – erscholl eine andere Stimme, “Ja, auch das Rauchen” war die Antwort. “Och im Dierjarten?” – wurde weiter gefragt. “Ja, auch im Thiergarten darf geraucht werden, meine Herren”. Das war durchschlagend. “Na, denn können wir ja zu Hause jehn” hieß es überall, und in kurzer Zeit räumte die heiter gestimmte Menge den Platz. Die Geistesgegenwart, mit welcher der junge Fürst – wahrscheinlich auf eigene Verantwortung hin – die Concession des freien Rauchens auf den Straßen der Stadt und im Thiergarten ertheilte, hat vielleicht schweres, weiteres Unheil verhütet.

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Aristoteles – der distanzierte Zeuge

Philipp II Wenn Ereignisse und Personen, die die Weltgeschichte entscheidend geprägt haben, in Dokumenten, die wir von Zeitzeugen haben, kaum oder gar nicht erwähnt werden, so ist das einigermaßen erstaunlich.

Aristoteles ist einer der bedeutendsten Philosophen. Darüberhinaus erlebte er die gewaltigen Umbrüche der griechischen Welt, die durch die militärische Unterwerfung der unabhängigen und traditionsreichen griechischen Stadtstaaten, wie beispielsweise Theben und Athen, durch den makedonischen König Philipp II. verursacht wurden. Die lebhaften Auseinandersetzungen unter den Bewohnern Athens, vor allem die aufsehenerregenden Reden des Demosthenes, mit denen er die Athener zur Verteidigung gegen die makedonische Invasion aufrief, veranschaulichen noch heute eindrücklich die Dramatik der Situation. Auch Alexanders Eroberung Persiens, Ägyptens und weiter Teile Asiens sowie Alexanders Tod fielen in die Lebenszeit von Aristoteles.

Als langjähriger Schüler Platons und als Begründer einer eigenen Philosophenschule in Athen waren Aristoteles die Ereignisse in Athen wie auch die Reden des Demosthenes gegen den makedonischen König Philipp II. natürlich bekannt. Darüberhinaus hatte er Beziehungen zu Philipp II. und war ein Lehrer von dessen Sohn Alexander. Um so erstaunlicher ist es, dass Aristoteles all diese Ereignisse in seinen Schriften so gut wie gar nicht erwähnt. Persönlichen und aktuellen Dingen gegenüber ist er außerordentlich zurückhaltend. Alexander, sein Schüler und Erorberer eines Weltreiches, wird überhaupt nicht erwähnt, auf die Ermordung Philipps kommt er nur beiläufig zu sprechen, und dessen Todfeind, Demosthenes, liefert ihm in seiner “Rhetorik” lediglich ein paar Beispiele, die er respektvoll anführt. Dass diese Personen im Zentrum dramatischer Auseinandersetzungen standen, die die Welt veränderten, kann man aus Aristoteles’ Texten überhaupt nicht erkennen. Ein Zeitzeuge, der durch seine eigenen Werke bis heute von herausragender Bedeutung ist, gibt uns kaum Zeugnis von den umwälzenden Ereignissen seiner eigenen Zeit.

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In den Eingeweiden der Industrie – The Shutdown

Wie ist es, in einer industriellen Umgebung zu leben? Wie fühlt man sich, wenn man in den stählernen, von Rohren, Ventilen und Leitern durchzogenen Eingeweiden eines industriellen Komplexes arbeitet?
Alan Bissett hat eine Erzählung über seine Kindheit und und das einschneidende Erlebnis, dass sein Vater bei einer Explosion schwer verletzt wurde, geschrieben. Mit schottischem Akzent spricht er den Erzähltext in der vielfach preisgekrönten, zehnminütigen Doku “The Shutdown” aus dem Jahr 2009. Eine beeindruckende, großartige Erzählung. Zu sehen bei Arte mit deutschen Untertiteln.

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Bach im Wald

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Evgeny Grinko

Gerd wieder!

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